Trueffelschwabe
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Im Niederbayerischen Bäderdreieck gelegen, geizt der Kurort Bad Birnbach nicht mit Hotels und Pensionen. Die Qual der Wahl. Ein Überangebot an Übernachtungsmöglichkeiten, teils in Kombination mit Wellnesspaketen. Der nahegelegenen Rottal-Therme sei Dank, dass Gäste aus nah und fern dieses beschauliche Örtchen aufsuchen. Anlass unseres Aufenthaltes: der Besuch der Bayerischen Landesausstellung auf Kloster Aldersbach. Unsere Wahl fiel letztlich auf das Hotel Rappensberg. Der Internetauftritt sowie die Bewertungen auf anderen Portalen machten uns neugierig. Auch die Empfehlung einer Arbeitkollegin versprach viel Gutes. Am ersten Tag angekommen, war die Rezeption nicht besetzt. Stattdessen ein Post-It-Zettel an der Eingangstüre. Darauf eine Handynummer, die wir anrufen sollen. Der Schlüssel für das Hotel in einer Aufbewahrungsbox, die sich mit einer telefonisch durchgegebenen Zahlenkombination öffnen lässt. Irgendwie gruselig. Auch eine Stunde später von einem Mitglied der Familie Lex-Fischer, den Hauswirten, keine Spur. Ein Geisterhaus? Die anderen, etwas betagteren Hotelgäste grüßen indes artig. Unser Zimmer gleicht, wie das ganze Interieur des Hauses, einer Zeitreise in die späten 70er Jahre. Rustikales Mobiliar, Retrostyle an Decken und Wänden. Das Bad immerhin saniert, die Betten bequem. Die Lage zudem sehr ruhig. Positiv auch die Gästeküche mit diversen Getränken im Kühlschrank, wenn auch im finsteren Keller gelegen. Am nächsten Tag um 9 Uhr Frühstück. Angekündigt ein bayerisches Frühstücksbüffet. Das Dargebotene eher dürftige Hausmannskost, verteilt auf zwei spärlich gedeckten Tischen. Was ist hier bayrisch? Wenigstens frische Wurst und guter Filterkaffee. Doch stimmt uns das zufrieden? Beim Preis von 90 Euro pro Nacht zzgl. Kurtaxe ein klares Nein. Auch am zweiten Tag kein Personal an der Rezeption. Wir verlassen erneut das Hotel, ohne uns offiziell angemeldet zu haben. Wenigstens liegt Infomaterial über den Ort und die Umgebung aus. Auf den angebotenen, mit 2 Euro extra zu Buche schlagenden WLAN-Zugang verzichten wir freiwillig. Passwort wäre laut Infoheft an der Rezeption erhältlich gewesen. Doch können vor Lachen, wo diese seit unserer gestrigen Ankunft ja gar nicht besetzt ist. Auch das Zimmer war nicht gemacht. Vielleicht, weil wir schon morgen wieder abreisen? Fazit: Schlechter Service für viel Geld. Schade. Strömende Gästescharen machen ein Umdenken wohl auch entbehrlich. Vielleicht hätten wir es eher mit einer Pension oder einem Privatzimmer versuchen sollen. Doch wie so häufig, ist man danach immer schlauer.